In den Ursprüngen der menschlichen Kommunikation

Die Intonationsmuster von hm, und ne sind echte sprachliche Universalien – und möglicherweise auch linguistische Fossilien.

Verwenden Sprecher:innen des Chine­si­schen, Arabi­schen, Korea­ni­schen und Ghomálá’, einer mittel­afri­ka­ni­schen Sprache, auf Partikeln und Inter­jek­tio­nen (wie hm, und ne) dieselben Intona­ti­ons­mus­ter wie Deutschsprecher:innen? Ist das auch in den besonders hetero­ge­nen Dialekten und Sprech­la­gen so?

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“Whodunnit?” Überraschendes zu unserem Umgang mit Mehrdeutigkeit

Im Neuen Testament wird in Matthäus 26, 6–12 erzählt, wie eine Frau die Jünger Jesu erzürnt, indem sie sich mit einem Ölgefäß Jesu Sitzplatz nähert und ihm das Öl kurzer­hand über den Kopf schüttet. Jesus, die Ruhe selbst, bittet seine Jünger, der Frau nicht zu zürnen, und fügt hinzu:

(1) Neuhoch­deutsch

Siehatein gutes Werkanmirgetan
sie.NOM/AKK.SG/PLhab.3SGWerk.NOM/AKKanmirtu.PTZ

(2) Hochale­man­nisch

E gueti Taathät sijaamertaa
Werk.NOM/AKKhab.3SGsie.NOM/AKK.SG/PLjaanmirtu.PTZ
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Similaritätsmessungen deutscher Sprachinselmundarten

Deutsch wird nicht allein im zusam­men­hän­gen­den konti­nen­tal­ger­ma­ni­schen Sprach­raum gespro­chen. Weltweit finden sich zahlrei­che Ortschaf­ten und Regionen, deren Gründung teilweise bis ins 11./12. Jh. zurück­reicht und in denen noch heute Deutsch gespro­chen wird. Diese Sprach­in­sel­dia­lek­te sind für die Sprach­wis­sen­schaft aus mehreren Gründen inter­es­sant. Zum einen sind dort oftmals sprach­li­che Erschei­nun­gen konser­viert, die im Binnen­sprach­raum inzwi­schen verschwun­den sind. Zum anderen haben sich die Insel­mund­ar­ten unter­ein­an­der sehr häufig vermischt. Diese sprach­li­chen Mischun­gen betreffen nicht nur das Deutsche und die überda­chen­de nicht deutsche Sprache der Region oder des Landes. Auch zwischen den deutschen Mundarten kommt es zu teilweise sehr starken Ausgleichs­pro­zes­sen, die zu ganz neuen sprach­li­chen Varie­tä­ten führen können. Zudem wirkt auch die Schrift­spra­che auf die Insel­mund­ar­ten ein, in jüngerer Zeit auch die gespro­che­ne, z. B. über das Internet erfahr­ba­re Standardsprache. 

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Vowels and the phonotactic clustering of German Dialects

Introduction

This work adresses the question, which role vowel-information plays when hierar­chi­cal­ly cluste­ring German dialects. When comparing the results of three different settings of the data (unmodi­fied vowel infor­ma­ti­on; vowels replaced by „V“; vowels comple­te­ly removed), it can be observed that in each case the data strongly tends to form the same three main clusters, corre­spon­ding to the large dialect-areas Upper German, Low German/East Central German and West Central German. The fact that each setting appro­xi­mate­ly gives the same result suggests that vowels only play a minor role for phono­tac­ti­cal­ly cluste­ring German dialects, although they make up 30% of the data.

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‘he’ statt ‘er’: Nordseegermanisches im hessischen Sprachmuseum

Wenn man von Frankfurt nach Norden fährt, verlässt man bald den Sprach­raum des „Medien­hes­si­schen“, des Dialekts und Regio­lekts (= regional gefärbte „Umgangs­spra­che“) des Rhein-Main-Gebiets, des allbe­kann­ten, relativ standard­na­hen und wissen­schaft­lich etwas langwei­li­gen „Rhein­frän­ki­schen“. Würde man aus dem Zug oder dem Auto ausstei­gen, so könnte man schon in der Wetterau, dann selbst in den Vororten von Gießen, Marburg, Fulda und natürlich in den stadt­fer­ne­ren Landes­tei­len in das lebendige Sprach­mu­se­um Hessen eintau­chen. Es genügt, sich in eine Kneipe zu setzen und den Einhei­mi­schen Ü 60 zuzuhören. Sie sprechen unter­ein­an­der ein Deutsch, das sich in den letzten 700 Jahren kaum verändert hat und in vielen Zügen weit über 1000 Jahre alt ist. 

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