Wenkerbögen neu kartiert

Die handge­zeich­ne­ten Karten des „Sprach­at­las des Deutschen Reichs“ (Wenker­kar­ten) sind ein eindrucks­vol­les Resultat einer enormen Daten­er­he­bung und eines detail­lier­ten manuellen Kartie­rungs­ver­fah­rens. Ich will hier einen Versuch einer zeitge­mä­ßen Visua­li­sie­rung vorstel­len, die genauso detail­ge­treu und zugleich intuitiv leichter verständ­lich ist als Wenkers Origi­nal­kar­ten. Das zentrale Problem besteht dabei darin, alle einzelnen Formen eines Erhebungs­phä­no­mens zu reprä­sen­tie­ren, ohne die Karte unüber­sicht­lich werden zu lassen. Vor allem bei der Kartie­rung der Vielfalt an vokali­schen Varianten ist das eine große Herausforderung.

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Regionalsprachliche Korpora des Deutschen — Repositorien des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas

Um Forschungs­da­ten einer­seits für die wissen­schaft­li­che Community sowie die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit verfügbar zu machen und sie anderer­seits in eine Langzeit­ar­chi­vie­rung zu überfüh­ren, wurde in den letzten Jahren das Manage­ment dieser Ressour­cen und damit auch der Umgang mit Daten im wissen­schaft­li­chen Alltag stärker fokus­siert. Darunter fällt auch der Aufbau von Reposi­to­ri­en, der als wichtige Aufgabe von empirisch arbei­ten­den Forschungs­ein­rich­tun­gen gelten kann.

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Echtzeit-MRT in der Phonetik: Einblicke in Details der Artikulation

Im Bereich der artiku­la­to­ri­schen Phonetik ermög­li­chen bildge­ben­de Verfahren einen erheb­li­chen Erkennt­nis­ge­winn hinsicht­lich der Bewegungs­ab­läu­fe während der Sprach­pro­duk­ti­on. Zwei Methoden erlauben eine relativ gute zeitliche und räumliche Auflösung. Seit den 60er-Jahren steht hier das Ultra­schall­ver­fah­ren (Wein 1990, Wilson 2014) zur Verfügung. Es beruht auf der Reflexion von unhör­ba­rem Schall über 20 000 Hz an Gewebe­grenz­flä­chen (z. B. von Zungen­ober­flä­che und Umgebungs­luft) und erlaubt insbe­son­de­re die Visua­li­sie­rung der Zungenbewegung.

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Wenn Thomas “größer wie” sein Bruder ist. Regionale Variation im Satzbau

Dass das Deutsche regio­nal­sprach­li­che Variation aufweist, wissen viele: Was dem Berliner die Schrippen sind, heißt in Bayern Semmel und in Schwaben Weck. Auch Unter­schie­de im lautli­chen Bereich sind Ihnen wahrschein­lich mehr oder weniger bekannt. Heißt es beispiels­wei­se in Bayern I hob, so findet man in Norddeutsch­land Ik heff, Ik hewwe und dazwi­schen, im Mittel­hes­si­schen, Aich hon, Ech hu und Äich ho. Doch wie steht es um den Satzbau? Tradi­tio­nell wurde er bei der Frage nach dialek­ta­len Unter­schie­den eher stief­müt­ter­lich behandelt. Aber gibt es hier vergleich­ba­re regionale Unter­schie­de? Diese Frage wird gerade am Forschungs­zen­trum Deutscher Sprach­at­las erforscht. 

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Phonemzusammenfall von altdeutschen und frühneuhochdeutschen Diphthongen in hessischen Dialekten?

Eine der wichtigs­ten Lautent­wick­lun­gen in der Sprach­ge­schich­te des Deutschen ist der Zusam­men­fall der Altdi­phthon­ge mhd. ei-öu-ou mit denen aus î‑iu‑û neu entstan­de­nen Diphthon­gen ai-oi-au (= frühneu­hoch­deut­sche Diphthon­gie­rung). Nach bishe­ri­ger Auffas­sung erfolgte dieser Zusam­men­fall jedoch nur in der Schrift, der Standard­spra­che und den meisten Regio­lek­ten – in älteren Sprach­stu­fen und fast allen Dialekten werden die „alten“ und „neuen“ Diphthon­ge bis heute unter­schie­den. Wie es in der neuhoch­deut­schen Schrift­spra­che und der Standard­spra­che zum Zusam­men­fall gekommen sein soll, ist gewis­ser­ma­ßen ein Rätsel. Das soll an zwei entge­gen­ge­setz­ten Meinungen zu den Ursprün­gen des frühneu­hoch­deut­schen Phonem­zu­sam­men­falls verdeut­licht werden. 

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Das Hessen-Nassauische Wörterbuch

Das Hessen-Nassauische Wörter­buch gehört zu den großland­schaft­li­chen Dialekt­wör­ter­bü­chern, die im vorigen Jahrhun­dert einge­rich­tet wurden, um den mundart­li­chen Wortschatz einer Region zu sammeln und in Form eines Wörter­buchs zu beschrei­ben. Durch die zuneh­men­de Indus­tria­li­sie­rung zeichnete sich ein tiefgrei­fen­der Wandel in der Gesell­schaft ab. So starben alte Handwerks­be­ru­fe wie die Hauswe­be­rei durch den Einsatz von Maschinen ganz aus und damit verbunden auch der Fachwort­schatz dieser Handwer­ker. Seit 1914 verschick­te die Kanzlei des Hessen-Nassauischen Wörter­buchs in Marburg Frage­bo­gen, um gezielt Wortma­te­ri­al für das Wörter­buch zu erheben. 

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„Wie heißt du und wie nennst du dich?“ – Hausnamen in Mittelhessen

Katasterkarte von Großseelheim, um 1755 (aus Block et al. 2016)

Was sind Hausnamen?

In vielen Regionen Deutsch­lands gibt es auf dem Dorf ganz besondere Namen: die Hausnamen (auch Dorfnamen oder Hofnamen genannt). Will man über einen Bekannten aus dem Dorf sprechen, so bezeich­net man ihn nicht mit dem Famili­en­na­men (Müller, Wolf, Schultz), sondern mit dem sogenann­ten Hausnamen (Zellersch, Wisskeb­jes, Buchben­nersch). So könnte jemand, der Heinrich Dörr heißt, im Dorf Verwäl­täsch Hein genannt werden. Man unter­schei­det also, wie man heißt (Vorname), wie man sich nennt (Hausname) und wie man sich schreibt (Famili­en­na­me). Kennt man den Hausnamen, weiß man zugleich, wo jemand wohnt und zu welcher Familie die Person gehört. Während die offizi­el­len Famili­en­na­men im Perso­nal­aus­weis stehen, sind die Hausnamen inoffi­zi­ell und werden nur in der mündli­chen Kommu­ni­ka­ti­on in der Dorfge­mein­schaft verwendet.

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Die Anfänge der Sprachkartographie

Fast 50.000 handge­schrie­be­ne Formulare mit Dialekt­über­set­zun­gen auf dem Schreib­tisch, aus denen ein Sprach­at­las entstehen soll. Wie lässt sich eine solche Masse an Material auswerten und kartieren zu einer Zeit als es noch keinen Computer gab? Im folgenden Video können Sie in einer Animation sehen, wie Georg Wenker diese Mammut­auf­ga­be bewäl­tig­te und der “Sprach­at­las des Deutschen Reichs” entstand.

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Zum Zusammenhang von Sprechtempo und Ausspracheverschleifungen im deutschen Sprachraum

Die Berliner/innen sprechen alle schnell, die Schweizer/innen langsam (und die Berner/innen erst!!). In Hannover spricht man klar und deutlich, in Sachsen wird genuschelt und die Norddeut­schen (vonne waterkant) sind eben sehr einsilbig. Solche und weitere subjek­ti­ve Alltags­theo­rien bestehen zuhauf und sind immer wieder Grundlage für (regio­nal­sprach­li­che) Abgren­zungs­ver­su­che zu den „Anderen“. Oft wird dabei auch auf gängige (oder manchmal sogar nur ad hoc gebildete?) Stereo­ty­pe zurück­ge­grif­fen, bei denen diese Anders­ar­tig­keit der Anderen auf ihre spezielle Art zu sprechen zurück­ge­führt werden soll. Aber stimmen solche Annahmen? Gibt es überhaupt Regionen, in denen nachweis­lich schneller oder langsamer gespro­chen wird? Und gibt es wirklich Regionen, in denen die Leute stärker „nuscheln“ und verschlif­fe­ner sprechen als andere? Und müsste das dann nicht auch zusam­men­hän­gen, müssten nicht die Schnellsprecher/innen auch automa­tisch verschlif­fe­ner sprechen?

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Doing Morphosemantic Analyses in Farsi WordNets

This article presents a morpho­lo­gi­cal analysis of 3500 Persian derived nouns (i.e. the Farsi language) combined with their semantic inter­pre­ta­ti­on. These nouns are documen­ted in the computer system FarsNet offering a compu­ta­tio­nal codifi­ca­ti­on (so called wordnets) that specifies morpho­lo­gi­cal relations between classes of derived nouns and their bases. A compre­hen­si­ve and detailed descrip­ti­on of the relevant lingu­is­tic levels is a prere­qui­si­te for achieving progress in natural language proces­sing (NLP).

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